Auf der Suche nach einer Alternative
Seit über 200 Jahren verwenden Bogenmacher für ihre Bögen das so genannte Fernambukholz, ein sehr elastisches, gleichzeitig aber hartes und robustes Holz. Der Baum, der dieses Holz liefert, gedeiht größtenteils im Mata Atlântica, einem brasilianischen Küstenregenwald, der heute fast vollständig zerstört ist. Im Jahr 2007 wurde der Fernambukbaum daher auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten gesetzt, genau genommen auf die CITES-Liste, Anhang II.
Leider wurde seitdem in großem Umfang gegen die Artenschutzbestimmungen verstoßen. Es wurden in großem Maßstab illegal Bäume gefällt, deren Holz geschmuggelt und Zertifikate gefälscht. 2018 wurde deshalb von den Brasilianischen Behörden die Operation Do-Re-Mi begonnen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Operation Dó-Ré-Mi: The Brazilian Bow Makers Under Investigation For Dealing in Endangered Wood

In diesem Zusammenhang wurden gegenüber 33 Bogenherstellern in Brasilien insgesamt mehr als 10 Millionen USD Strafen verhängt und mehr als 150.000 Stangen und Bögen beschlagnahmt.
Bei der CITES-Konferenz im November 2022 wurde der Antrag der Brasilianischen Naturschutzbehörde eingereicht den Fernambukbaum auf die höchste Schutzstufe zu stellen, und zwar auf den Anhang I. Eine mächtige Lobby, vor allem von internationalen Händlern und Bogenmachern, schaffte es jedoch diesen Antrag abzuweisen, allerdings gegen zwei Auflagen:
1. Illegales Holz und illegale Bögen sollen weltweit aufgespürt und beschlagnahmt werden,
2. Eine Datenbank und ein Register soll aufgebaut werden, anhand dessen jeder Musiker, jeder Händler und jeder Zöllner überprüfen kann, ob ein bestimmter Bogen oder ein Stück Holz legal ist.
Bis heute sind diese beiden Auflagen nicht erfüllt, unseres Wissens nach wurde noch nicht einmal damit angefangen.
Bei der CITES-Konferenz Ende 2025 wurde deshalb auch eine Verschärfung der Artenschutzbestimmungen beschlossen. Deren Regelungen werden derzeit in nationale Gesetzen umgesetzt. Generell ist der Handel mit Fernambukholz und daraus hergestellten Gegenständen nur noch mit Nachweisen des legalen Erwerbs erlaubt. Das bedeutet im Wesentlichen, dass das Holz vor 2007 geschlagen worden sein musste. Gegen diese Bestimmung zu verstoßen ist eine Straftat. In Deutschland sind alle Unternehmen verpflichtet, eine Fernambuk-Buchhaltung zu führen und ihren Kunden Nachweise zur Legalität auszuhändigen.
Im Beschluss der CITES-Konferenz wurde außerdem ein Vorbehalt aufgenommen der sagt, dass auf der nächsten Konferenz die Wirksamkeit der gefassten Beschlüsse überprüft wird. Sollte deren Wirksamkeit nicht bestätigt werden können, ist es sehr gut möglich, dass Fernambuk dann doch auf die höchste Schutzstufe gestellt wird und damit jeglicher Handel und Reisen grundsätzlich verboten werden.
Warum Holzbögen zu "weich" sind
Der "moderne" Holzbogen wurde im Wesentlichen um 1800 von F. X. Tourte in Paris entwickelt. Er passt ideal zu den damals üblichen (als nicht mit Metall umsponnenen) Darmsaiten. Der so erzielte Klang passt perfekt zu den damals üblichen kleinen, höfischen Konzertsälen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden große, bürgerliche Konzertsäle und metall-umsponnene Saiten wurden genau so üblich wie Cello-Stachel und Konzertflügel.
Um Bögen mit höherer Spannkraft und größerem Klang herzustellen, entwickelte Vuillaume Bögen aus Metallrohr, welche unter anderem von Paganini bevorzugt wurden. Allerdings waren diese wegen ihrer extrem dünnen Wandstärke äußerst fragil und damit für Orchestermusiker nicht praktikabel.
Erst um 1980 gelang es erste Carbonbögen herzustellen, die eine höhere Spannkraft haben und um die Jahrtausendwende herum verbreiteten sie sich zunehmend. Nachteilig bei der ersten Generation italienischer, französischer, amerikanischer, chinesischer und japanischer Kohlefaser-Bögen ist allerdings deren dumpfer, farbloser und überdämpfter Klang. Der Grund dafür liegt in dem hohen Harzgehalt im Kohlefaser-Verbund. Die ersten Bögen, die dieses Problem lösten, waren die Arcus-Bögen.
Wir haben mit der Herstellung der Arcus-Bögen 1999 begonnen und sie wurden schon bald weltweit die meistverkauften professionellen Bögen.
Mit den MÜSING-Bögen haben wir 2017 eine zweite Marke gestartet, wobei wir den Fokus auf leichte Spielbarkeit und ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis legen.
Weniger Harz, mehr Klang
Der größte Feind eines schönen Klanges von Streichinstrumenten und Bögen ist die Dämpfung. Der Wirkungsgrad der Streichinstrumente ist ohnehin schon recht niedrig. Um einen offenen, klaren, schönen und kräftigen Ton zu erzeugen, brauchen wir Bögen, die eine möglichst geringe Dämpfung aufweisen.
Bei Carbonbögen ist hierbei das Verhältnis von Harz zu Kohlefasern entscheidend. Denn die Carbon-Stangen bestehen neben Kohlefasern auch aus dem Verbundwerkstoff Kunstharz, zum Beispiel Epoxid. Und während Kohlefaser fast keine Dämpfung aufweisen, ist die von Kunstharzen ziemlich hoch.
Die Dämpfung üblicher Carbonbögen verschiedener Hersteller liegt allerdings bei etwa 1% und ist damit deutlich höher als die Dämpfung hochwertiger Fernambukbögen, welche einen Wert von etwa 0,5% aufweist. Grund für die hohe Dämpfung ist der im Vergleich hohe Harzgehalt (ca. 60%) und niedrige Kohlefasergehalt (ca. 40%) dieser Carbonbögen.
In dem von uns entwickelten Verfahren erzielen wir durch eine hohe Druckausübung deutlich geringere Harzgehalte von nur etwa 40 %. Dadurch liegt die Dämpfung unserer Bögen genau wie bei Fernambukholz bei etwa 0,5 %. Und vor allem aus diesem Grund klingen unsere C-Bögen auch genau wie die besten Holzbögen.
Perfekte Sprungkraft, entspanntes Spiel
Wie gut ein Bogen springt, wird vor allem durch die Biegung der Stange, ihre Steifigkeit und die Bezugsstärke bestimmt.
Wenn wir genauer hinschauen ist es aber nicht nur die Tiefe der Biegung, sondern die Form der Kurve. Und die muss wiederum genau zum Verlauf der Steifigkeit über die Stange passen, die ja am Frosch dicker und steifer und am Kopf schlanker und flexibler ist.
Je steifer nun die Stange ist und je tiefer ihre Biegung, um so stärker muss wiederum der Bezug sein. Ist die Biegung flacher und die Stange flexibler, muss er dünner sein.
Allerdings ist der bestimmende Faktor für ein optimales Spielverhalten des Bogens eigentlich die Spannung der Saiten. Ausgehend von der Elastizität der Pferdehaare haben wir zuerst die ideale Bezugsstärke bestimmt, die zum Beispiel für Violinbögen bei 7,5 mm² liegt. Dazu passend machen wir unsere Bogenstangen mit genau der Spannkraft und Biegung, welche die Haare auf die richtige Vorspannung bringen, die ein ideales Spielverhalten erfordert.
Fernambukholz und alle Metalle sind so schwer und flexibel, dass ein daraus gefertigter idealer Geigenbogen etwa das Gewicht eines typischen Bratschenbogens hätte. Es gibt nicht viele Musiker, die mit so schweren Bögen spielen können und wollen.
Mit hohlen Stangen aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen können wir dagegen Bögen mit idealer Steifigkeit und Gewicht herstellen.
Mit ihnen fühlt sich jeder Bogenstrich völlig natürlich und entspannt an. Springbögen in allen Geschwindigkeiten und in jeder Lautstärke gelingen mühelos und mit größter Präzision.
Tatsächlich besteht ein nicht unwesentlicher Teil der heutigen Ausbildung jedes Musikers darin, das Kräfte-Ungleichgewicht zwischen Saiten und Bögen einigermaßen zu beherrschen und mit den darin liegenden Einschränkungen klarzukommen.
(Wir würden nur zu gerne wissen, wie viele Schüler und Amateure aus diesem Grund das Musizieren auf Streichinstrumenten schon aufgegeben haben.)
Sorglos um die Welt
Bei vielen traditionellen Bögen sind Materialien verarbeitet, die auf Auslandsreisen zu bösen Überraschungen beim Zoll führen: Eine Bogenspitze aus Elfenbein, ein Frosch aus Schildplatt oder Elfenbein, eine Wicklung aus Walbarten oder ein Daumenleder aus Eidechsenhaut - um nur einige zu nennen.
Diese zu Recht strengen Einfuhrbestimmungen dienen dem Schutz gefährdeter Tierarten und Pflanzen. Viele Musiker und ganze Orchester stehen dadurch allerdings vor der Frage, wie sie ohne größere Probleme internationale Konzertreisen antreten können.
All diese Sorgen hast du mit einem Müsing-Bögen nicht: Er lässt dich unkompliziert und ohne Einschränkung um die Welt reisen, da wir keinerlei Materialien gefährdeter Tierarten verwenden. Und das mit mindestens der gleichen Klangqualität und Spielbarkeit wie bei einem sehr guten, traditionellen Holzbogen.
Reduziere deine Belastung
Wenn du - wie viele andere Musiker auch - an Ermüdung oder Schmerzen in Bogenarm, Schulter, Hand oder Daumen leidest, wird dich der Müsing Bogen mit Entlastung und Leichtigkeit überraschen. Deine Beschwerden werden mit großer Wahrscheinlichkeit sogar ganz verschwinden.
Der Grund hierfür ist neben dem leichten Gewicht auch die andere Eigenresonanz der Bogenstange. Diese ist bei einem Müsing Bogen höher als bei einem Holzbogen und liegt damit in einem Frequenzbereich, der unseren Erfahrungen zufolge keine Beschwerden verursacht. Bei einem Holzbogen hingegen liegt die Resonanz der Bogenstange durchschnittlich bei 50Hz. Dieser niederfrequente Grundton scheint in vielen Fällen ergonomische Probleme im Bogenarm zu verursachen.
Für Jeden der passende Bogen
Es ist faktisch unmöglich zwei genau identische Bogenstangen aus hochverdichteter Kohlefaser herzustellen. Du wirst feststellen, dass sich die Müsing-Bögen nicht nur durch ihr Aussehen und Gewicht unterscheiden, sondern auch durch ihr Spielgefühl und ihre Handhabung.
Wir klassifizieren die Bogen entsprechend ihrer Resonanz, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Falls du also mit einem bestimmten Bogen nicht komplett zufrieden sein solltest, lohnt es sich auf jeden Fall noch weitere Ausführungen auszuprobieren.
Außerdem fertigen wir die Bögen in verschiedenen Serien: Die C-Serie entspricht in Klang und Spielgefühl den besten Fernambukbögen. Die L-Serie (und bei den Violinbögen die Ti-Serie) geht einen Schritt weiter. Mit ihrem geringen Gewicht und hoher Spannkraft ist sie super-agil, aber auch komplexer in der Handhabung. Ihr Klang ist außergewöhnlich klar, brilliant und farbig und ermöglicht so einen äußert differenzierten Ausdruck und Artikulation.
Alle unsere Bögen eignen sich gleichermaßen für Anfänger wie für Berufsmusiker. Mit ihnen kannst Du jede Bogentechnik zur Perfektion bringen und jedes Stück makellos spielen. Besonders die höheren Modelle eignen sich ohne Vorbehalt für alle Vorspiele, Wettbewerbe und Solo-Konzerte genau wie für Kammermusik und das große Orchester.
Qualität aus Deutschland
15 Jahre Garantie
Alle Müsing-Bögen werden in Würzburg mit größter Sorgfalt und Hingabe konstruiert und hergestellt. Durch die Verwendung hochwertiger Materialien und aufgrund der hauseigenen Fertigung ist die Qualität der Müsing-Bögen in ihrer Preisklasse unübertroffen.
Auf die Bogenstange gewähren wir eine Garantie von 15 Jahren. Für den Frosch gilt eine Zwei-Jahres-Garantie.
Diese Garantien sind übertragbar und nicht auf den ursprünglichen Besitzer beschränkt. Die Bogenhaare, die Umwicklung, das Daumenleder, die Schraube und die Mutter sind von der Garantie ausgenommen, da sie dem normalen Verschleiß unterliegen.
